Korrosionsmonitoring
für Sprinklertanks

  • Erstcheck im Inspektionstermin – wiederkehrend nur bei Bedarf
Sprinklertank-Inspektion Team

Ihre Ansprechpartner:

Christian Engelke und Dipl.-Ing. Karsten Lehrke

Korrosionsmonitoring – zustandsbasiert, in sinnvollen Intervallen

Korrosion ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess. Ein wirksames Monitoring erfolgt daher zustandsbasiert und in sinnvollen Intervallen – nicht pauschal, aber auch nicht nur im Schadensfall.

Mikrobiell induzierte Korrosion im Sprinklertank

Typische Anlässe für wiederkehrende Bewertungen:

  • nach Instandsetzungsmaßnahmen (Erfolgskontrolle)
  • bei bekannten Risikofaktoren (z.B. Biofilm, Ablagerungen, ungünstige Wasserchemie)
  • zur Verlaufsbewertung bei bereits festgestellten Schäden

Ziel ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen gezielt zu planen – bevor es zu funktionalen Einschränkungen oder Schäden kommt.

Wir setzen dabei auf ein bedarfsgerechtes Monitoring: keine pauschalen Intervalle, sondern abgestimmt auf Zustand, Nutzung und Risikoprofil der Anlage. Den Einstieg bildet eine Erstbewertung im Rahmen der regulären Inspektion – ohne zusätzlichen Termin, ohne Tankentleerung.

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Der Erstcheck – was im Inspektionstermin passiert

Der erste Schritt ist immer ein vollständiger Zustandscheck im Rahmen der regulären Drohneninspektion. Dabei werden alle drei Befund-Ebenen am selben Termin erhoben:

1. Visueller Befund (Drohneninspektion)
Mit der Unterwasserdrohne werden Tankboden, Wasserwechselzone, Antiwirbelplatten, Rohrhalterungen und beschädigte Beschichtungsstellen in 4K dokumentiert. Sediment, Biofilm-Beläge, Lochfraß und Korrosionsspuren werden lokalisiert und im Bericht festgehalten – ohne dass der Tank entleert oder die Sprinkleranlage außer Betrieb genommen werden muss.

2. Mikrobiologischer Befund (BART-Test)
An mehreren Probenahmestellen werden Wasserproben für den BART-Test entnommen. Standard sind SRB (Sulfatreduzierer) und SLYM (Schleimbildner) – die beiden Bakteriengruppen, die für den Großteil der MIC-Schäden verantwortlich sind. Bei sichtbarem Algenbewuchs oder organischer Belastung erweitern wir um APB und IRB.

3. Chemischer Befund (Wasserwerte)
Parallel werden die korrosionschemisch relevanten Wasserwerte erfasst: pH, Leitfähigkeit, Chlorid, Sulfat. Bei Auffälligkeiten erweitert um Eisen, Trübung, Temperatur und – im Laborkontext – TOC oder Redoxpotential.

Die drei Befund-Ebenen werden zusammen ausgewertet. Ein BART-Ergebnis lässt sich oft besser einordnen, wenn auch die Unterwasseraufnahmen und die Wasserwerte mit dabei sind – die Verknüpfung der Befunde gibt der Bewertung eine breitere Grundlage.

Auswertung und Handlungsempfehlung

Das Ergebnis ist ein konsolidierter Bericht – nicht nur Rohdaten, sondern eine eingeordnete Bewertung mit konkreter Empfehlung in vier Stufen:

Stufe A – unauffällig
Keine sichtbaren Schäden, BART-Tests negativ oder mit langem Time-Lag, Wasserwerte im Normalbereich. Empfehlung: Standard-Wiederholung im üblichen Inspektionsintervall (5 Jahre nach VdS, jährlich bei FM Global mit MIC-Verdacht). Kein zusätzliches Monitoring nötig.

Stufe B – grenzwertig
Einzelne Werte erhöht, BART positiv mit langem Time-Lag, leichte visuelle Auffälligkeiten. Empfehlung: einmalige Inhibitor-Behandlung als präventive Maßnahme, Wiederholungstest in 6–12 Monaten zur Bestätigung der Stabilisierung.

Stufe C – aktiver MIC-Prozess
Sichtbare Schäden (Lochfraß, schwarze Beläge, Biofilm), kurzer BART-Time-Lag, deutlich erhöhte Wasserwerte. Empfehlung: Stoßdosierung mit einem geeigneten chemischen Inhibitor (Empfehlung und Begleitung durch uns, Anwendung durch Betreiber oder Wartungspartner), ggf. mechanische Reinigung der Einbauten durch Sanierungsbetrieb, engmaschige Kontrolle (4–8 Wochen, dann 3 Monate, dann halbjährlich).

Stufe D – Sanierungsbedarf
Großflächige Schäden, Wandstärkenverlust, defekte Beschichtungen. Empfehlung: Sanierungsplanung in Abstimmung mit spezialisiertem Sanierungsbetrieb. Wir liefern die Diagnose-Grundlage; die Sanierung selbst übernimmt der Fachpartner.

Wiederkehrendes Monitoring – wann es sinnvoll wird

Wiederkehrendes Monitoring ist aus unserer Erfahrung vor allem dann hilfreich, wenn der Erstcheck Auffälligkeiten gezeigt hat oder nach einer konkreten Maßnahme die Stabilisierung belegt werden soll. Pauschale Routine-Intervalle passen nicht zu jedem Tank – sinnvoller ist ein Vorgehen, das sich am tatsächlichen Befund orientiert.

Typischer Verlauf nach einem auffälligen Erstcheck

Phase 1 – Akut-Eingriff: Inhibitor-Stoßdosierung im Tank, ggf. mechanische Reinigung durch Sanierungsbetrieb.

Phase 2 – Engmaschige Kontrolle (4–8 Wochen): Wasserprobe und BART-Wiederholungstest, um die Wirksamkeit der Maßnahme zu prüfen. Bei stabilen Werten wird das Intervall verlängert.

Phase 3 – Mittelfristige Beobachtung (3 Monate): Erneute Probenahme. Wenn die Werte sich nachhaltig stabilisieren, geht es in das Standardintervall über.

Phase 4 – Standard-Monitoring (6 Monate bis jährlich): Routinekontrolle parallel zur regulären Inspektion oder zwischen den Inspektionsterminen.

Wann ist gar kein Folgetermin nötig?
Bei einem unauffälligen Erstcheck (Stufe A) reicht die Wiederholung im regulären Inspektionsintervall – kein separater Monitoring-Termin, keine zusätzlichen Kosten. Der eigentliche Wert des Erstchecks liegt darin, dass Sie den Zustand Ihres Tanks danach belastbar einordnen können – als Grundlage für künftige Entscheidungen.

Was wir leisten – und was beim Sanierungsbetrieb liegt

Klare Service-Abgrenzung gehört zu einem ehrlichen Korrosionsmonitoring:

Was wir direkt am Tank leisten
  • Drohneninspektion mit 4K-Dokumentation
  • BART-Test mit Probenahme an mehreren Tankzonen, Inkubation und Auswertung
  • Erfassung der Wasserwerte (Praxis-Set: pH, Leitfähigkeit, Chlorid, Sulfat)
  • Beauftragung erweiterter Laborwerte (TOC, Redox, qPCR) bei Bedarf
  • Empfehlung und fachliche Begleitung einer Inhibitor-Anwendung: Wasseranalyse, Dosierungsempfehlung, Erfolgskontrolle – die eigentliche Anwendung im Tank erfolgt ohne Entleerung durch den Betreiber oder einen Wartungspartner
  • Konsolidierter Bericht mit eingeordneter Bewertung und Maßnahmenempfehlung
  • Erfolgskontrolle nach Maßnahmen (Drohnen-Nachinspektion + BART-Wiederholung)

Was ein spezialisierter Sanierungsbetrieb übernimmt
  • Mechanische Reinigung der Einbauten (Hochdruck, Bürsten)
  • Sedimententfernung größeren Umfangs
  • Beschichtungsreparatur und vollständige Innensanierung
  • Bauliche Eingriffe (Schweißarbeiten, Folienauskleidung, Tankaustausch)

Diese Trennung ist nicht zufällig: Wir sind auf Diagnose, Auswertung und Monitoring spezialisiert. Die operative Umsetzung – sowohl die Inhibitor-Anwendung als auch bauliche Maßnahmen – liegt beim Betreiber bzw. seinen Wartungs- und Sanierungspartnern. Wir koordinieren auf Wunsch den Übergang und liefern die fachliche Grundlage für jede Entscheidung.

Für wen Korrosionsmonitoring besonders sinnvoll ist

Nicht jeder Tank braucht ein engmaschiges Monitoring – aber für bestimmte Konstellationen ist der Erstcheck praktisch immer der richtige Schritt:

  • Tanks älter als 10 Jahre, die noch nie systematisch auf Korrosion und MIC bewertet wurden
  • Freistehende Außentanks mit Lichteintrag (Algenwachstum als Korrosions-Nährstoffbasis)
  • Tanks mit bekanntem Sediment- oder Biofilm-Befall aus früheren Inspektionen
  • Anlagen nach FM Global Data Sheet 3-2 – bei MIC-Verdacht ohnehin jährliche Inspektion vorgeschrieben
  • Standorte mit kritischer Versorgungslage, wo ein Tankausfall den gesamten Brandschutz infrage stellt
  • Vor und nach Sanierungsmaßnahmen – als Ausgangsdokumentation und Erfolgskontrolle
  • Bei Versicherungsdokumentation – BART-Befund mit Bildbeleg ergänzt den klassischen Inspektionsbericht

Im Zweifelsfall klären wir die Frage „lohnt sich das?" gerne im Vorgespräch – auf Basis der Anlagendaten, der bisherigen Inspektionshistorie und der konkreten Risikokonstellation.

Wo wir uns als Ergänzung verstehen

Korrosionsmonitoring liegt inhaltlich zwischen drei Disziplinen: Wasserchemie, Mikrobiologie und Korrosionstechnik. Klassische Sprinkler-Wartung nach VdS CEA 4001 oder EN 12845 hat einen anderen Fokus – sie konzentriert sich auf die Funktionsfähigkeit der Anlage (Pumpen, Ventile, Alarmierung). Das ist sinnvoll und notwendig.

Wenn es zusätzlich um Korrosion und MIC im Tank gehen soll, ergänzen wir die bestehende Wartung um eine spezialisierte Sicht: Hintergrund zu Korrosion und MIC, BART-Diagnostik und Wasserwerte mit Schwellen liefern die fachliche Basis – das Korrosionsmonitoring ist die praktische Umsetzung am Tank.

Häufig gestellte Fragen zum Korrosionsmonitoring

Brauche ich überhaupt ein Korrosionsmonitoring?

Das hängt vom Tankalter, der Bauart und der bisherigen Inspektionshistorie ab. Tanks älter als 10 Jahre ohne systematische MIC-Bewertung, freistehende Außentanks mit Lichteintrag und Anlagen nach FM Global Data Sheet 3-2 mit MIC-Verdacht profitieren praktisch immer vom Erstcheck. Ein modern beschichteter Tank mit unauffälliger Vorgeschichte braucht ggf. nur den Erstcheck und keine Wiederholung.

Was kostet ein Korrosionsmonitoring?

Da der Erstcheck Bestandteil der ohnehin notwendigen Drohneninspektion ist, entstehen keine zusätzlichen Anfahrt- oder Probenahmekosten. Aufpreis fallen lediglich für BART-Röhrchen und Laborwerte an – bei einem Standard-Set (SRB + SLYM, 3 Probenahmestellen, Wasserwerte) im Bereich weniger Hundert Euro. Folge-Monitoring nur bei Bedarf, mit klarer Kostenkommunikation pro Termin.

Wie unterscheidet sich das von einem normalen BART-Test?

Ein einzelner BART-Test sagt: „Dort sind aktive SRB." Korrosionsmonitoring sagt: „Dort sind aktive SRB, das passt zu folgendem Schadensbild auf den Unterwasseraufnahmen, die Wasserwerte stützen das Bild – und das ist die Empfehlung für die nächsten 6 Monate." Es ist die Verknüpfung der Befunde plus die Verlaufsbewertung, die den Unterschied macht.

Muss der Tank für das Monitoring entleert werden?

Nein. Sowohl die Drohneninspektion als auch die Probenahme für BART-Test und Wasseranalyse erfolgen am vollständig gefüllten, betriebsbereiten Tank. Die Sprinkleranlage muss nicht außer Betrieb genommen werden.

Wie oft muss das Monitoring wiederholt werden?

Bei unauffälligem Erstcheck reicht die Wiederholung im regulären Inspektionsintervall – kein zusätzlicher Termin nötig. Bei auffälligen Befunden oder nach einer Maßnahme (z.B. Inhibitor-Dosierung) empfehlen wir engmaschige Kontrollen (4–8 Wochen, dann 3 Monate, dann halbjährlich), bis sich die Werte stabilisiert haben.

Können Sie auch Maßnahmen direkt umsetzen?

Wir empfehlen geeignete Inhibitoren auf Basis der Wasseranalyse und begleiten die Anwendung mit Dosierungsberatung, Monitoring und Erfolgskontrolle. Die operative Anwendung im Tank – wie auch mechanische Reinigung, Sedimententfernung größeren Umfangs und bauliche Sanierungen – erfolgt durch den Betreiber bzw. einen Wartungs- oder Sanierungspartner. Wir koordinieren auf Wunsch den Übergang und liefern die Vorher-/Nachher-Dokumentation.

Was ist mit Versicherung und Sachverständigen?

Ein dokumentierter Befund (Unterwasserbilder, BART-Bildverlauf, Wasserwerte mit Einordnung) ist eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Inspektionsdokumentation – sowohl gegenüber FM Global als auch gegenüber VdS-Sachverständigen. Bei Sanierungsentscheidungen oder Schadensregulierung ergänzen wir auf Wunsch um eine qPCR-Bakterienquantifizierung über unser Partnerlabor.

Eine Auswahl unserer Kunden und Partner

Korrosionsmonitoring für Ihren Sprinklertank

Wir machen den Korrosions- und MIC-Zustand Ihres Sprinklertanks sichtbar – einmal vollständig im Inspektionstermin, wiederkehrend nur bei Bedarf. Sprechen Sie uns für ein unverbindliches Vorgespräch an.

Dipl.-Ing. Karsten Lehrke

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